Hamburg. Rund fünf Monate nach der Befreiung des von Piraten entführten Hamburger Frachters "Hansa Stavanger" wird vor dem Arbeitsgericht über die Entlassung des damaligen Kapitäns verhandelt. "Ich hoffe auf Gerechtigkeit", sagte der 60 Jahre alte Krzysztof Kotiuk am Donnerstag vor dem Gütetermin in Hamburg.

Die gütliche Einigung ist jedoch gescheitert. Vor dem Hamburger Arbeitsgericht hatte Kotiuk eine Zahlung von 38 000 Euro gefordert. Die Summe umfasse die Kündigungsentschädigung, eine Kompensation für das seelische Leid und die Erstattung der finanziellen Schäden, welche während der viermonatigen Entführung entstanden seien, sagte dessen Anwalt Erwin Brandl. Die Reederei Leonhard und Blumberg wollte lediglich 12 000 Euro zahlen.

Die Reederei Leonhard und Blumberg hatte die Kündigung Ende November mit wirtschaftlichen Problemen begründet. Kotiuk sei erst im Sommer 2008 eingestellt worden und sei daher als dienstjüngster Kapitän entlassen worden.

Im vergangenen April waren Kotiuk und seine Crew von somalischen Seeräubern überfallen worden. Erst vier Monate später gaben die Piraten das Schiff gegen ein Millionen-Lösegeld frei.

 Die Verhandlung vor der Kammer beginnt am 4. Mai.

 

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