Täter allein mit Kontrollen nicht zu stoppen. Experte fordert Streifen in Wohngebieten.

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Fenster auf Kipp? Die Polizei gibt kostenlose Tipps, wie man sein Haus sicher machen kann.

Fenster auf Kipp? Die Polizei gibt kostenlose Tipps, wie man sein Haus sicher machen kann.

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Fenster auf Kipp? Die Polizei gibt kostenlose Tipps, wie man sein Haus sicher machen kann.

Düsseldorf. Von einem Erfolg im Kampf gegen organisierte Einbrecherbanden sprach Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Tag nach dem Großeinsatz der Polizei im Rheinland. Insgesamt habe man 37 Straftäter festnehmen können, drei von ihnen wurden auf frischer Tat ertappt. Sie kamen gerade mit einem Tresor von einem Einbruch in Erkrath zurück. Außerdem stellten die Beamten Diebesgut, Waffen und Einbruchswerkzeug sicher. 2000 Beamte durchsuchten zahlreiche Häuser und kontrollierten 10 000 Fahrzeuge – ein Zeichen an Straftäter und Bevölkerung zugleich.

Ob solch öffentlichkeitswirksame Kontrollaktionen jedoch den Tätern auf Dauer das Handwerk legen, ist umstritten. „Man muss auch weiter klassische Polizeiarbeit leisten“, sagt der Kölner Kriminologe Professor Frank Neubacher. „Massenwirksame Aktionen alleine helfen nicht.“

Nur ein Bündel verschiedener Maßnahmen führt zum Erfolg

Nur gebündelt, etwa mit Streifen in Wohngebieten, einer verbesserten Zusammenarbeit der Polizeibehörden und Aufklärungsarbeit, seien solche Aktionen sinnvoll. Insgesamt aber sieht er die Beamten auf einem guten Weg. „Gerade in der Prävention macht die Polizei seit Jahren gute Arbeit“, lobt er und verweist auf kostenlose Beratungen und Hinweistelefone.

In der großen Razzia vom Donnerstag sieht Neubacher – angesichts des im Verhältnis zum Aufwand relativ geringen Ergebnisses von 37 Festnahmen – vor allem ein Signal an die Öffentlichkeit. „Die Polizei will zeigen, dass sie das Problem erkannt hat“, sagt er. Damit auch die Straftäter das Signal verstehen, müsse die Polizei weiter Druck machen. „Das funktioniert nur, wenn es permanent ein erhöhtes Entdeckungsrisiko gibt.“

Dass mehr Repression seitens der Landespolizei die Einbrecherbanden zur Aufgabe zwingt, bezweifelt der Kölner Wissenschaftler aber. „Es ist aus der Forschung bekannt, dass repressive Maßnahmen zu Verdrängungseffekten führen“, sagt er. Im Klartext: Wenn es den Tätern in NRW zu heiß wird, werden sie in die benachbarten Bundesländer ausweichen.

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