250.000 Gäste werden an Pfingsten in dem Party-Ort von Schouwen-Duiveland erwartet. Ein Großteil kommt aus NRW. Deshalb sind auch deutsche Beamte im Einsatz.

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Claudia Jacobsen und Christoph Popella (r., M.) unterstützen ihre niederländischen Kollegen am Pfingstwochenende in Renesse.

Claudia Jacobsen und Christoph Popella (r., M.) unterstützen ihre niederländischen Kollegen am Pfingstwochenende in Renesse.

Claudia Jacobsen und Christoph Popella (r., M.) unterstützen ihre niederländischen Kollegen am Pfingstwochenende in Renesse.

Claudia Jacobsen und Christoph Popella (r., M.) unterstützen ihre niederländischen Kollegen am Pfingstwochenende in Renesse.

Polizei Krefeld, Bild 1 von 3

Claudia Jacobsen und Christoph Popella (r., M.) unterstützen ihre niederländischen Kollegen am Pfingstwochenende in Renesse.

Krefeld. Am Pfingstwochenende wird die Gemeinde Schouwen-Duiveland im Westen der Niederlande wieder aus allen Nähten platzen. Hunderttausende Gäste wollen an den fast schon traditionellen Partytagen in Renesse dabei sein. Die Beamten der zuständigen Polizeibehörde Zeeland-West-Brabant rechnen mit bis zu 250 000 Besuchern. Viele Probleme inklusive. „Sie können sich vorstellen, dass es bei so einer großen Anzahl an vorwiegend jungen Menschen, die zum Feiern hier sind, natürlich zu Problemen kommt“, berichtet Mireille Aalders, Sprecherin der Polizei in Zeeland-West–Brabant. Rund 90 Prozent der Party-Urlauber, so schätzt die niederländische Polizei, kommen aus Deutschland.

Wildcampen und Alkohol sorgen für große Probleme

Darum vertrauen die niederländischen Beamten bereits seit über 20 Jahren auf die Unterstützung ihrer deutschen Kollegen. In diesem Jahr sind deshalb die Polizeihauptkommissarin Claudia Jacobsen und Polizeikommissar Christoph Popella das gesamte Pfingstwochenende in Renesse im Einsatz. Vorrangige Aufgaben der beiden Polizisten aus Krefeld: übersetzen und belehren. Denn Aufklärungsarbeit gibt es jedes Jahr wieder genug zu leisten. „Weil das Party-Wochenende so stark nachgefragt ist, sind in Renesse und im Umkreis oftmals alle Unterkünfte restlos ausgebucht“, berichtet Claudia Jacobsen. Die Folge: viele junge Besucher würden wild campen. „In den Dünen oder Straßen schlagen viele dann ihr Nachtlager auf“, sagt sie. Doch genau da liegt das Problem.

„Wir kriegen immer wieder Beschwerden von Anwohnern, dass Besucher an Pfingsten die Dünenlandschaft zerstören und überall ihren Müll liegen lassen“, sagt Mireille Aalders. Das Wildcampen ist verboten und wird mit 140 Euro Strafe sanktioniert. Massenhafte Verstöße gebe es laut Polizeihauptkommissarin Claudia Jacobsen auch immer wieder gegen das Alkoholverbot im öffentlichen Raum. „Viele kennen das aus Deutschland natürlich anders und halten sich nicht dran. Aber in den Niederlanden ist das Trinken von Alkohol ebenso wie das Mitführen von alkoholhaltigen Getränken in offenen Gefäßen in der Öffentlichkeit verboten“, erklärt Jacobsen. Es drohen 90 Euro Strafe.

„Wir versuchen in solchen Situationen zu vermitteln, zu beruhigen und ermahnen in den meisten Fällen erst einmal“, so Jacobsen. Nach Ansicht der 50-jährigen Polizistin verlaufe das Pfingstwochenende in den meisten Fällen trotz der großen Anzahl an feierwütigen Besuchern immer relativ friedlich. Trotzdem komme es auch immer wieder zu Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Sexualdelikten.

Gäste kommen aus Krefeld, Viersen und Mönchengladbach

Laut Mireille Aalders würde die Präsenz von deutschen Polizisten beruhigend auf deutsche Gäste wirken. Insgesamt sind zum Auftakt in die Sommersaison – wie die niederländischen Beamten das Pfingstwochenende bezeichnen – fünf Beamte aus Krefeld vor Ort im Einsatz. Der Einsatzbereich der deutschen Beamten beziehe sich vor allem auf die Bezirke in der Innenstadt von Renesse. „Gibt es Probleme am Strand, helfen wir natürlich auch da“, erläutert Jacobsen.

Diese Rose klemmte am gestrigen Freitag an dem Dienstwagen der Krefelder Polizisten. Dazu stand auf einem Zettel geschrieben: „Danke für Ihre Arbeit, Ihre Mühe! Bleiben Sie gesund!“ 

Dass die deutschen Polizisten aus Krefeld kommen, ist kein Zufall. Ein Großteil der deutschen Gäste komme nach Angaben der Beamten aus Krefeld, Mönchengladbach und dem Kreis Viersen. „Manchmal kennt man deshalb sogar den ein oder anderen Gegenüber“, so Jacobsen, die mit ihren Kollegen noch bis Dienstag in Renesse bleiben wird.

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