Ein 25-Jähriger deponiert Sprengsätze – und warnt Botschaft in Pakistan vor Attentaten in Deutschland.

Dortmund/ Krefeld. War es ein geplanter Anschlag oder eine versuchte Erpressung? Beamte des Bundeskriminalamtes (BKA) haben in der Nacht zu Donnerstag in der Nähe des Dortmunder Stadions drei Sprengsätze sichergestellt. Das bestätigte am Donnerstag eine BKA-Sprecherin. Am Samstag findet dort das Bundesliga-Spitzenspiel zwischen Borussia Dortmund und Hannover 96 statt – mit mehr als 80.000 Besuchern.

Die verdächtigen Gegenstände soll der Krefelder Alexander K. (25) dort deponiert haben. K., der bis dato nicht polizeilich in Erscheinung getreten war, hatte im Februar der deutschen Botschaft in Pakistan per Mail Hinweise auf mögliche Anschläge in Deutschland übermittelt, darunter auch das Stadion in Dortmund. Den Behörden sei aber schnell bewusst geworden, dass es sich wohl um Erpressungsversuche handelte, hieß es am Donnerstag in Ermittlerkreisen.

Chemikalienlager im Keller der Eltern entdeckt

K. war bereits am Dienstag in einem Kölner Hotel festgenommen worden. Daraufhin berichtete er in Vernehmungen von den Sprengstoffverstecken. Im Keller der Krefelder Wohnung seiner Eltern fanden die Ermittler Chemikalien und weitere drei sprengstoffverdächtige Gegenstände. Das Motiv des Mannes sei „bislang offen“, erklärte das BKA. Es gibt aber Hinweise darauf, dass K. im vergangenen Jahr vergeblich versucht hatte, ein süddeutsches Wirtschaftsunternehmen zu erpressen.

Bundesinnenminister schließt terroristische Motive aus

„Der Vorgang hat keinerlei Bezüge zu terroristischen oder islamistischen Organisationen“, betonte am Donnerstag ein Sprecher von Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) in Berlin. Es handle sich „offenbar um einen Einzeltäter mit allgemeinkriminellen Motiven“.

Borussia Dortmund verschärfte laut Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke „vorsorglich die Sicherheitsmaßnahmen rund um das Stadion in Absprache mit der Polizei ab sofort noch einmal“. Die Begegnung werde auf jeden Fall stattfinden. Die Dortmunder Polizei sieht „keine Gefährdung für die Besucher“.

Das Dortmunder Fußballstadion hat Platz für 80.720 Zuschauer. Damit ist es Deutschlands größter Fußballtempel.

Die Arena gilt als Kultstätte des Fußballs. Dazu beigetragen hat vor allem die legendäre „schwarz-gelbe Wand“: Die Südtribüne mit Stehplätzen für 25.000 Fans.

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