Verena Becker hatte längst mit ihrer Vergangenheit als Terroristin abgeschlossen. "Natürlich würde ich es heute nicht mehr machen", schrieb sie 2008 in einer Notiz. Das Schriftstück könnte nun ein Problem für die 58-Jährige werden: Die Bundesanwaltschaft sieht darin ein Indiz, dass Becker am Mordanschlag auf den damaligen Generalbundesanwalt Siegfried Buback im Jahr 1977 beteiligt war. Ab Donnerstag muss sich Verena Becker deshalb erneut vor Gericht verantworten.

Becker schloss sich 1971 der "Bewegung 2. Juni" an, einer Terrorgruppe, die sich nach dem Todestag des erschossenen Studenten Benno Ohnesorg benannt hatte. Wegen ihrer Beteiligung an einem Bombenanschlag auf einen britischen Jachthafen in Berlin wurde sie zu sechs Jahren Jugendstrafe verurteilt, später von ihrer Gruppe freigepresst. Sie floh in den Jemen und wird Mitglied der Roten Armee Fraktion.

Unklar ist bis heute, inwieweit sie an der Buback-Ermordung beteiligt war. Verurteilt wird sie zu lebenslanger Haft. 1989 begnadigte sie aber der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker. 2009 entdeckten Ermittler ihre DNA-Spuren an Bekennerschreiben, die nach dem Mord verschickt wurden.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer