Thilo Sarrazin nimmt kein Blatt vor den Mund, das machte er gleich nach seinem Amtsantritt als Finanzsenator in Berlin vor sieben Jahren klar. "Nirgendwo sieht man so viele Menschen, die öffentlich in Trainingsanzügen rumschlurfen, wie in Berlin."

Ehrlich, oft ironisch, zuweilen unverfroren spricht der 64-Jährige aus, was andere höchstens denken - von Arbeitslosenschelte bis Hartz-IV-Speiseplan. Am 1. Mai wechselt er nun in den Vorstand der Bundesbank.

Sarrazin gilt als Fachmann für öffentliche Finanzen. Seine Vorträge über Berlins Schuldenberg sind legendär. Den Sparkurs, auf den er die hoffnungslos verschuldete Hauptstadt schickte, erkennen auch politische Gegner an.

Der Volkswirt mit Schnurrbart und Hornbrille diente als Beamter in Bonn seit 1974 allen Bundesfinanzministern von Hans Apel (SPD) bis Theo Waigel (CSU).

Unter Waigel arbeitete Sarrazin 1990 die Grundzüge der Währungsunion aus. Er arbeitete als Staatssekretär in Rheinland-Pfalz. Sarrazin ging zur Treuhand, zur Bahn. Dort trennte er sich 2001 im Streit mit Konzernchef Hartmut Mehdorn. Er gilt als Sturkopf, einmal bekannte er: "Der Umgang mit mir war nicht immer einfach."

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