Thilo Sarrazin gilt als unbequem und gewöhnlich als lautstark. Doch in den vergangenen Tagen ist es um den Bundesbank-Vorstand und ehemaligen SPD-Finanzsenator von Berlin still geworden. Zu seinem heutigen 65. Geburtstag hat er sich in den Urlaub verabschiedet.

Provoziert hat der gebürtige Thüringer in seiner ganzen Laufbahn. Mit seiner ironisch-direkten Art legte er oft den Finger in die Wunde und brachte auf den Punkt, was andere lieber verschwiegen oder schönredeten. Knallhart zog er als Finanzsenator einen rigiden Sparkurs in dem hoch verschuldeten Berlin durch. So verhalf er dem Land 2007 und 2008 zu den ersten ausgeglichenen Haushalten.

Die Trägheit und Anspruchshaltung mancher Hartz-IV-Empfänger wurde sein liebstes Feindbild. 2008 ließ er im Detail ausrechnen, dass man sich vom Hartz-IV-Tagessatz für Essen - vier Euro - ausreichend und gesund ernähren könne. SPD und Linke schäumten. Sarrazin musste sich entschuldigen. Damit verscherzte er sich viele Sympathien in der SPD. Eisig reagierte sein neuer Arbeitgeber Bundesbank. Ihm wurde später die Aufsicht über den Bereich Bargeld entzogen.

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