Ursula Düren

Sven Hannawald tut sich wirklich schwer. Loszulassen. Und gönnen zu können. Es ist zehn Jahre her, als Hannawald die ganze Republik entzückte, mit Schanze und Skiern, er sprang weit und immer weiter als die anderen.

Oberhof, Garmisch, Innsbruck, Bischofshofen – alle vier Springen der Vierschanzentournee gewann der Mann aus Erlabrunn in Serie. Als Erster überhaupt. Danach fiel er ins Loch, kämpfte mit der Magersucht, als er nicht mehr so weit flog wie andere, schließlich belastetete ihn ein Burn-out, Karriereende. Inzwischen ist aus dem Bubi von einst ein braun gebrannter Dreitagebart-Träger geworden, der sich im Motorsport versucht. Und noch immer versessen darauf ist, diesen Rekord von 2002 in die Ewigkeit zu tragen.

Bis Mittwoch drohte Gregor Schlierenzauer, Hannawalds Rekord einzustellen. Hannawald haderte als TV-Experte mit der Überlegenheit des Österreichers, kritisierte dessen Konkurrenten und sagte: „Diese Tage sind schwer für mich.“ Als ob seine eigene Biografie wertlos würde, wenn seine Einmaligkeit verloren ginge. Mit 37. Am Mittwoch wurde Schlierenzauer dann nur Zweiter. Andreas Kofler hat Hannawald gerettet. Oder auch nicht. kup

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