Ex-Bundesinnenminister Manfred Kanther wird am Dienstag 70 Jahre alt.

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Manfred Kanther.

Manfred Kanther.

Manfred Kanther.

Manfred Kanther wird am Dienstag einen ruhigen 70. Geburtstag verbringen: Die Hessen-CDU hat keinen Empfang für ihren früheren Vorsitzenden geplant. Denn mit ihm verbindet sich nicht nur ihr politischer Aufstieg, sondern auch eine Affäre, die sie an den Rand des Abgrunds brachte. Der einst als "Schwarzer Sheriff" titulierte Ex-Bundesinnenminister gilt als Hauptverantwortlicher eines illegalen Finanzierungssystems, das die CDU teuer zu stehen kam: Sie musste 21 Millionen Euro staatlicher Mittel zurückzahlen.

Als Kanther 1970 CDU-Landesgeschäftsführer wurde, galt Hessen als rotes Musterland. Zusammen mit dem damaligen Vorsitzenden Alfred Dregger brachte er die Partei nach vorne - die CDU überholte die SPD binnen weniger Jahre. Ende 1983 verschob er dann mit dem damaligen Parteischatzmeister Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein und dem Wirtschaftsprüfer Horst Weyrauch Parteivermögen in die Schweiz - und entzog es damit der Veröffentlichungspflicht. Die Affäre flog 2000 auf. 2006 zahlte Kanther eine Geldstrafe von 54 000 Euro.

Der sechsfache Vater hat sich mittlerweile ganz ins Privatleben zurückgezogen und arbeitet in Wiesbaden als Rechtsanwalt.

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