Maurizio Gambarini

Lech Walesa ist gelernter Elektiker, doch genauso ist er Freiheitskämpfer, Nobelpreisträger, Präsident und Werftarbeiter. Am Sonntag wird er 70 Jahre alt. Bis heute ist der streitlustige Walesa in Polen umstritten. Seine Gegner sind überzeugt, dass sich der Arbeiterführer als Spitzel für den Sicherheitsdienst hat anheuern lassen – was Walesa energisch bestreitet.

Walesa, dessen Trauma die blutige Niederschlagung der Arbeiterproteste im Dezember 1970 war, trotzte der kommunistischen Führung die erste unabhängige Gewerkschaft im sowjetischen Machtbereich ab. Im Sommer 1980 wurde er als Streikführer auf der Danziger Lenin-Werft zum Gesicht des Arbeiterkampfs. Vor 30 Jahren wurde dem „Solidarnosc“-Chef der Friedensnobelpreis verliehen. Als er 1990 General Wojciech Jaruzelski im Präsidentenamt ablöste, schien das die Krönung seines Kampfes zu sein. Umso größer war Walesas Schock, als seine Bemühungen um eine zweite Amtszeit 1995 scheiterten. Die einstige Bürgerrechtsbewegung war zerstritten, zudem hatte Walesa mit seinem autoritären Auftreten alte Weggefährten verprellt. Mit Ehefrau Danuta hat er acht Kinder. Red

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