Zine el-Abidine Ben Ali versucht in dem von sozialen Unruhen geschüttelten Tunesien mit zahlreichen Toten in den vergangenen Tagen einen neuen Kurs. Der Präsident entließ seinen Innenminister und ordnete die Freilassung aller festgenommenen Demonstranten an.

Doch ob der mit eiserner Hand regierende Herrscher damit die Lage in dem Touristenparadies in den Griff bekommt, ist fraglich. Der 74-Jährige weiß, wie man ein Volk knechtet und die Opposition zum Schweigen bringt. Schließlich hat er dieses schmutzige Handwerk schon praktiziert, bevor er sich 1987, nach einem unblutigen Putsch, selbst zum Präsidenten machte.

1964, mit 28 Jahren, wurde der ehrgeizige Offizier schon Chef des militärischen Geheimdienstes. 1978 stieg er an die Spitze des alles kontrollierenden Staatssicherheitsdienstes auf. Lernte, wie man Aufstände brutal niederschlägt. 1986 wurde der bewährte Geheimdienstler Innenminister, 1987 Regierungschef. Schon wenige Monate später ließ er den greisen Präsidenten Habib Bourguiba per Attest „amtsunfähig“ schreiben, übernahm endgültig die Macht im Staat und in der Staatspartei „Demokratische Verfassungsbewegung“.

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