Frank Leonhardt

Martin Lauer hat ein Leben geführt, das in eines kaum passt. Weltklasse-Leichtathlet vom ASV Köln, Country-Sänger mit sechs Millionen verkauften Platten („Die letzte Rose der Prärie“), Diplom-Ingenieur für Maschinenbau, Hobby-Segler. Heute wird er 75. Und blickt zurück. „Jetzt werde ich oft erinnert. Auch an meine schwere Verletzung, die mich nach 50 Jahren noch begleitet“, sagt Lauer.

Als Leichtathlet stellt er 1959 innerhalb von 53 Minuten im Zürcher Letzigrund drei Weltrekorde auf – mit 22 Jahren. Über 110 Meter und 120 Yards Hürden, als Zugabe die Bestmarke über die selten gelaufenen 200 Meter Hürden. Lauer ist weltberühmt. Bei den Olympischen Spielen 1960 holt er trotz einer Knochenhaut-Entzündung mit der Staffel Gold in Weltrekordzeit.

Danach geht es abwärts, ihn stoppt eine schwere Blutvergiftung, eine unsaubere Spritze gegen seine Entzündung, ein Jahr Krankenhaus, die Amputation droht, Prozesse folgen. Das Karriereende. Und das Geld wird knapp, Lauer schreibt Texte und startet seine Karriere als Country-Sänger, eine erfolgreiche Karriere. Heute lebt er im mittelfränkischen Lauf, verheiratet, zwei Kinder, drei Enkel. kup

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