Soeren Stache

Martin Blessing zeigt sich gerne locker. Sein Job ist es nur selten: In gut fünf Jahren an der Spitze der Commerzbank ist Blessing erkennbar gealtert. Am Samstag wird er 50 Jahre.

Gerade gut 100 Tage im Amt, gelingt dem Banker im Spätsommer 2008 ein Coup: Die Übernahme der Dresdner Bank soll die Commerzbank zum zweiten „nationalen Champion“ nach der Deutschen Bank machen. Aber der Plan scheitert – zumindest auf kurze Sicht. Die Dresdner-Altlasten sind gewaltig, die Schockwellen der Lehman-Pleite reißen die Commerzbank fast in den Abgrund. Der Staat rettet den Dax-Konzern mit Steuermilliarden und wird dessen größter Aktionär. Blessing muss sich als „Staatsbanker“ verulken lassen.

Doch er zeigt Ausdauer: „Ich finde Marathonlauf am besten, wenn man selbst durchs Ziel kommt. Ich habe vor, den Lauf zu Ende zu laufen.“ Schließlich hat der ehrgeizige Bremer das Bankgeschäft quasi in die Wiege gelegt bekommen: Großvater Karl war Bundesbank-Präsident, Vater Werner stieg in den Vorstand der Deutschen Bank auf.

Privat präsentiert sich Blessing unprätentiös, mit Swatch und Freundschaftsbändchen seiner drei Töchter am Handgelenk. Red

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