Lars Windhorst galt zu Schülerzeiten als Wunderkind der Computer- und Finanzdienstleistungsbranche, doch seit Jahren geht es für ihn bergab: Für seine drei Firmen musste er Insolvenz anmelden. Am Donnerstag stand er zudem als Büßer vor dem Berliner Landgericht. Die Richter verurteilten den 33-Jährigen wegen Veruntreuung von knapp einer Millionen Euro zu einem Jahr Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 108 000 Euro. Windhorst, der mittlerweile in London lebt, gab sich reuig. In einem verzweifelten Rettungsversuch für sein Unternehmen habe er die falschen Konsequenzen gezogen. Das sei seiner "Unbedarftheit und Unerfahrenheit" geschuldet gewesen.

Als 16-Jähriger hatte er in den 90er Jahren im ostwestfälischen Rahden einen Laden für Computerzubehör gegründet. Windhorst eröffnete Niederlassungen in Hongkong und London. Im November 1995, auf dem Höhepunkt seines Ruhmes, begleitete Windhorst den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl auf einer Vietnam-Reise. Bald darauf hob Windhorsts Selbstbewusstsein ab. Als ihn eine Zeitung zum deutschen Bill Gates hochstilisierte, reagierte er beleidigt. Seine Reaktion: "Der hatte mit 16 noch keine eigene Firma." Red

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