Klaus Mertes, Jesuitenpater und Leiter des Berliner Canisius-Kollegs, ist eher nicht der herzliche, väterliche Rektoren-Typ. Doch der selbstbewusste und redegewandte Mann nimmt die Verantwortung für seine Schüler ernst und scheut Konflikte nicht: Er machte die Missbrauchsfälle der Vergangenheit an der katholischen Eliteschule endlich öffentlich, entschuldigte sich bei den Opfern und setzte schmerzhafte interne Ermittlungen im Jesuitenorden in Gang.

Es ist längst nicht das erste Mal, dass der 54-jährige Jesuit sich streitbar zu Wort meldet. Das tat er etwa auch in Kolumnen für den Berliner "Tagesspiegel" - vor genau einem Jahr veröffentlichte er dort einen Artikel, in dem er die Aussöhnung des Papstes mit den Holocaust-Leugnern scharf kritisierte.

Mertes, 1954 als zweites von fünf Kindern einer Diplomatenfamilie in Bonn geboren, wuchs die ersten Lebensjahre im Ausland auf. Mit 23 Jahren trat er in den Jesuitenorden in Münster ein, studierte Philosophie und Theologie. Nach seiner Priesterweihe 1986 und einem Referendariat begann er den Schuldienst. Seit dem Jahr 2000 ist er Leiter des Berliner Jesuitenkollegs.

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