Julia Gillard wird nicht gerade weiblicher Charme zugesprochen. Ellbogen, Kalkül und Kaltblütigkeit entspricht ihr eher, wie sie selbst einräumt.

Die neue australische Premierministerin vom linken Flügel der Laborpartei war schon länger in Wartestellung. Ohne Sentimentalität rechtfertigte sie dann am Donnerstag auch den Dolchstoß gegen ihren bisherigen Boss Kevin Rudd: "Es war nötig sicherzustellen, dass die Regierung wieder ins richtige Fahrwasser kommt."

Zum Putsch kam es, weil die Labor-Partei nach einem Einbruch bei den Umfragewerten um ihre Chancen bei den in diesem Jahr anstehenden Wahlen fürchtete.

So drängten immer mehr Abgeordnete Gillard, bei einer Kampfabstimmung um den Parteivorsitz gegen ihren Chef Rudd anzutreten. Als sich Donnerstag abzeichnete, dass sie die meisten Stimmen haben würde, warf Rudd das Handtuch.

Gillard hat Familie und Kinder der Polit-Karriere bewusst geopfert. "Ich bewundere Frauen, die alles schaffen, arbeiten und Kinder bekommen, aber ich glaube nicht, dass ich das gekonnt hätte", sagte sie einmal. Die 48-Jährige wurde in Großbritannien geboren und wanderte als Kind mit ihren Eltern aus.

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