Jürgen Chrobog (69), der sich zur Zeit als Vermittler um die Freilassung der im Jemen verschleppten Familie aus Sachsen bemüht, galt schon in seiner Dienstzeit im Auswärtigen Amt als Mann für stille Missionen und schwierige Fälle. So gelang es ihm im Jahr 2003, entführte Sahara-Touristen freizubekommen. Seine Bemühungen führten zur Freilassung der letzten 14 Geiseln in Mali, darunter neun Deutsche. Ende 2005 wurde Chrobog dann selbst Opfer einer Entführung. Im Jemen wurde der Ex-Staatssekretär des Auswärtigen Amtes zusammen mit seiner Frau Magda, einer Tochter des ägyptischen Schriftstellers Youssef Gohar, sowie ihren drei Söhnen verschleppt - und nach drei Tagen freigelassen.

Uneitel, stets diskret und immer genau, ein Diplomat vom Scheitel bis zur Sohle - so kennt ihn die Öffentlichkeit. Nach dem Terror vom 11. September 2001 reiste er nach Pakistan, um sich für die Befreiung von Entwicklungshelfern aus Taliban-Gefängnissen Afghanistans einzusetzen. Im Dezember reiste er nun wieder in den Jemen, um sich im Auftrag des Krisenstabes im Außenministerium für die entführten Sachsen einzusetzen.

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