José Sócrates landet stets vorn, wenn in Portugal der schönste Mann gewählt wird. Doch bei der Parlamentswahl am Sonntag droht dem Regierungschef ein Debakel. Der 52-jährige "Sonnyboy" und Bauingenieur wird laut Umfragen die mit seiner Sozialistischen Partei (PS) 2005 erstmals errungene absolute Mehrheit verpassen.

Krisen und Affären haben Spuren hinterlassen. Da aber Sócrates uncharismatische Hauptrivalin, die konservative Manuela Ferreira Leite (68) und ihre Sozialdemokratische Partei (PSD) von der schlechten Stimmung kein Kapital zu schlagen verstehen, fürchten Beobachter eines: die Unregierbarkeit.

Nicht nur die Opposition wirft Sócrates Fehler in den Bereichen Sicherheit und Gesundheit vor. Zu schlecht ist auch die Wirtschaftslage, zu viele Affären gab es. Ungeklärt ist etwa, welche Rolle Sócrates 2002 als Umweltminister beim Bau eines Outlet-Centers spielte.

Nach britischen Ermittlungen zahlten Investoren damals Bestechungsgelder. Auch gibt es Zweifel an Sócrates’ Ingenieursdiplom. Kürzlich geriet der wegen seiner teuren Kleidung als "Armani-Politiker" verspottete Regierungschef ins Visier, als eine regierungskritische TV-Sendung plötzlich abgesetzt wurde.

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