John Boehner spielt seit dem Sieg seiner Republikaner bei den Kongresswahlen in Washingtons politischer Liga ganz oben mit. Der neue Präsident im Abgeordnetenhaus macht den Eindruck, als habe er den Aufstieg mühelos geschafft – zu sehen ist er stets mit einem braunen Teint, feiner Kleidung und häufig mit einer Zigarette in der Hand. Und wenn er nicht über Politik spricht, dann am liebsten über Golf.

Doch die Fassade täuscht: Boehner gilt in den USA als einer der fleißigsten und geradlinigsten Konservativen. Wenn er nun die Demokratin Nancy Pelosi an der Spitze des Kongresses ablöst, macht ihn das formal zum drittmächtigsten Mann im Staat nach US-Präsident Barack Obama und nach dessen Vize Joe Biden. Er ist es, der ab sofort den parlamentarischen Widerstand gegen Obama organisiert und dem Präsidenten das Regieren so schwer wie möglich macht.

Der 61-Jährige ist seit zwei Jahrzehnten für die Republikaner im Repräsentantenhaus – und war 2006 auch schon deren Mehrheitsführer. Als die Demokraten damals die große Kongresskammer übernahmen, musste er jedoch eine Niederlage verbuchen. Jetzt bewundert man ihn für sein Comeback.

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