Jóhanna Sigurdardóttir, Islands bisherige Sozialministerin, soll die kleine Inselrepublik als Regierungschefin einer Links-Koalition durch die Stürme der Finanzkrise steuern.

Noch vor kurzem galt Island als Boom-Staat. Inzwischen übertrifft die Verschuldung der Banken das Bruttoinlandsprodukt um das Zehnfache. Unter den Massenprotesten zerbrach die bisher regierende Große Koalition. Unter Sigurdardóttirs Führung soll nun eine Minderheitsregierung von Sozialdemokraten und Links-Grünen das Schlimmste verhindern. Und die 66-jährige Sozialdemokratin verfügt dabei über ein Kapital, das ihre Kollegen spätestens mit dem Zusammenbruch des Bankensektors so gut wie verspielt haben: Vertrauen bei der Bevölkerung.

Sigurdardóttir vertrat als Sozialministerin in den jüngsten Monaten unermüdlich die Belange der von der Krise am härtesten Betroffenen unter den 320000 Inselbürgern: alleinerziehende Mütter, Rentner und die vielen neuen Arbeitslosen. Die Ex-Stewardess sitzt seit 30Jahren im "Althing", Islands Parlament. Sie hat drei erwachsene Kinder - und lebt in fester Partnerschaft mit einer Frau, der Dramatikerin Jónína Leósdóttir.

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