Jörg Hacker ist ein Forscher, der jenseits vom Elfenbeinturm lebt: Als im vergangenen Jahr die Schweinegrippe kursierte, war Jörg Hacker als Deutschlands oberster Virenjäger über Wochen hinweg fast täglich in den Medien. Jetzt kommt eine Aufgabe auf den 58-jährigen Mikrobiologen zu, die ihn noch einmal ganz neu fordert: Als neuer Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle wird er zur Stimme der Wissenschaft in Deutschland und zu ihrem Frontmann im Ausland. Er folgt Volker ter Meulen (76).

Die eigene Faszination für die Wissenschaft hat er schon in frühen Jahren in der DDR entdeckt. 1952 in Grevesmühlen in Mecklenburg geboren, studierte er Biologie an der Martin-Luther-Universität in Halle und spezialisierte sich auf Genetik. Seit 1980 machte er an der Uni Würzburg eine steile Karriere, zuletzt hatte er den Lehrstuhl für Molekulare Infektionsbiologie inne.

Die Berufung zum obersten Seuchenbekämpfer an der Spitze des Robert-Koch-Instituts war da 2008 ein logischer Schritt. Mit seinem Plädoyer für einen umfassenden Impfschutz gegen die Schweinegrippe handelte er sich angesichts des milden Verlaufs jedoch auch Kritik ein.

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