Jean-Claude Juncker, luxemburgischer Premierminister, ist mit fast 16 Amtsjahren der dienstälteste Regierungschef der EU und gehört zu den "Erfindern" des Euro.

Als Chef der Eurogruppe ist er der große Strippenzieher hinter allem, was die EU in Währungsfragen beschließt. Der 55-Jährige spricht leise, jedoch gleichermaßen fließend und mit Ironie und Witz in drei Sprachen.

Juncker ist wohl derjenige EU-Politiker, der in seinem Leben bereits die meisten Nachtsitzungen überstanden hat. Wenn er sich von den Nachbarn Deutschland oder Frankreich überfahren fühlt, hält er mit seinem Unmut nicht hinter dem Berg.

Wie jetzt bei Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die hatte seinen Vorschlag für gemeinsame Euro-Anleihen abgelehnt und ihn damit verärgert. "Deutschland denkt da ein bisschen simpel", schimpfte Juncker in der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit". Die Bundesregierung habe seinen Vorschlag nicht genau geprüft.

"Diese Art, in Europa Tabuzonen zu errichten und sich gar nicht mit den Ideen anderer zu beschäftigen, ist eine sehr uneuropäische Art europäische Geschäfte zu erledigen", warf er Merkel vor. Juncker - ein Politiker, der sagt, was er denkt.

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