Jóhanna Sigurdardóttir war in Island erst Sozialministerin, dann Übergangsregierungschefin. Nach dem historischen Sieg ihrer Linkskoalition steht nun fest, dass sie künftig als Ministerpräsidentin die Geschicke der Nordatlantik-Insel steuern wird. Als sie 1994 beim Versuch scheiterte, Parteichefin der Sozialdemokraten zu werden, verhieß Sigurdardóttir: "Meine Zeit wird kommen." Im Februar wurde die 66-Jährige Interimsregierungschefin, im März - auf dem Höhepunkt der Banken- und Wirtschaftskrise - wurde sie zur Parteichefin gewählt. Und nach dem Wahlsieg verkündete sie: "Unsere Stunde ist gekommen."

Die Ex-Stewardess mischt seit vielen Jahren in der Politik mit. 1978 wurde sie erstmals Abgeordnete. Von 1987 bis 1994 und dann wieder seit 2007 war sie im Kabinett für soziale Angelegenheiten zuständig. Ihr Engagement für Senioren, Behinderte und sozial Benachteiligte trug ihr den Spitznamen "Heilige Jóhanna" ein. Sigurdardóttir ist die erste Regierungschefin der Welt, die in eingetragener Partnerschaft mit einer Frau lebt. Ihre Lebenspartnerin ist die Autorin Jonina Ledsdóttir (54). Aus einer früheren Ehe hat sie zwei Söhne - Sigurdur Egill und David Steinar. AFP

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer