THOMAS PETER

Horst Reichenbach gilt als unverwüstlicher Optimist. Seit September hilft der Deutsche als EU-Berater den pleitebedrohten Griechen, Verwaltung und Steuersystem zu modernisieren. Dieser Mammutaufgabe stellt sich der altgediente EU-Beamte mit einem 45-köpfigen Expertenteam.

„Probleme zu lösen ist mein Hobby“, sagt der gebürtige Kieler. In Griechenland stoße er auf „genügend Probleme, diesem Hobby mit größter Begeisterung frönen zu können“. Und der studierte Ökonom zeigt sich zuversichtlich: „Ich bin immer davon überzeugt, dass sich Probleme tatsächlich lösen lassen.“

In seinen rund 30 Jahren als EU-Spitzenbeamter kümmerte sich der 66-Jährige um die Bewältigung der Rinderwahnsinns-Krise und um eine Verwaltungsreform. 2005 wechselte er zur Osteuropa-Bank nach London. Ende 2011 sollte Reichenbach, der mit der EU-Abgeordneten Dagmar Roth-Behrendt (SPD) verheiratet ist, in den Ruhestand gehen. Doch er wählte Griechenland, dessen Misere den Euro-Währungsraum bedrohte. „Das war einer der Gründe, warum ich ,ja’ gesagt habe, diesen Job anzunehmen“, sagt der überzeugte Europäer. sbi

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