Als Kandidat für den Posten des EU-Energiekommissars musste sich der Ministerpräsident Baden-Württembergs auch vor Vorwürfen, Energiekonzernen zu nahe zu stehen, rechtfertigen.

Günther Oettinger war für die meisten Brüsseler "Eurokraten" ein unbeschriebenes Blatt. Bis gestern. Da musste der für den Posten des EU-Energiekommissar nominierte CDU-Politiker vor dem Europaparlament zeigen, wie er sich seine neue Aufgabe vorstellt.

Die Grünen haben kritisiert, dass mit Oettinger ein Befürworter der Atomenergie und der Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken Energiekommissar wird. In Brüssel bestätigte Oettinger diese Position. Der Atomkraft komme eine "Brückenfunktion" zu, sagte der bisherige baden-württembergische Ministerpräsident. "Ich trete ein für eine Laufzeit, die uns den Einstieg in die erneuerbaren Energien erleichtert."

Oettinger wehrte sich bei der dreistündigen Anhörung gegen den Vorwurf einer zu großen Nähe zu Energiekonzernen. "Ich bin unabhängig", unterstrich er. Er habe keine Aktien großer Unternehmen wie RWE, Eon oder Vattenfall. Er wolle aber den Gedankenaustausch mit der Industrie pflegen.

Der 56-Jährige ist getrennt, hat einen Sohn und spielt gerne Tennis und Fußball. Andere Hobbys: Wandern, Skifahren sowie Rockkonzerte. dpa/AFP

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