Karlheinz Schindler

Günter Schabowski verkraftet keine größeren Anstrengungen mehr. Deshalb wird der schwer herzkranke einstige DDR-Spitzenfunktionär am Samstag seinen 85. Geburtstag zu Hause in Berlin mit der Familie verbringen. „Es wird eine sehr stille Feier“, sagt Ehefrau Irina. Schabowski wurde berühmt, weil er am 9. November 1989 die Maueröffnung verkündete.

Nach der Wende hatte sich Schabowski – geboren in Anklam (Mecklenburg-Vorpommern) – von seiner SED-Karriere distanziert und klar zu moralischer Schuld und Mitverantwortung bekannt. „Wir haben alles falsch gemacht“, sagte einst das frühere Mitglied des SED-Politbüros. Die DDR sei ein missglückter Versuch gewesen.

Schabowski war wegen seiner Mitverantwortung für das menschenverachtende DDR-Regime zu drei Jahren Haft verurteilt und später begnadigt worden. 2009 lieferte er sich eine Kontroverse mit dem einstigen SED-Generalsekretär Egon Krenz. Er habe die Maueröffnung nicht im Alleingang und aus Versehen verkündet, sagte Schabowski. In der Sitzung des SED-Zentralkomitees am 9. November 1989 zum neuen DDR-Reisegesetz habe Krenz ihn gebeten, darüber am Abend die internationale Presse zu informieren. dpa

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