Egon Ramms ist seit Januar 2007 Chef des Nato-Streitkräftekommandos. Vom niederländischen Brunssum aus koordiniert der in Datteln geborene Heeresgeneral den Einsatz der Internationalen Schutztruppe Isaf in Afghanistan. Dem 60-jährigen Vier-Sterne-General, einem von dreien in der Bundeswehr, untersteht somit formal auch der amerikanische Isaf-Kommandeur in Kabul. Doch bei eben den Amerikanern ist Ramms in Ungnade gefallen. Hinter der Absage einer Pressekonferenz wird ein durch die US-Streitkräfte verhängter Maulkorb vermutet.

Auslöser des handfesten Krachs hinter den Kulissen der heilen Nato-Fassade ist ein Interview, das Ramms vor einer Woche dem "Stern" gegeben hat. Seitdem ist die US-Generalität außer sich. Nicht nur der alliierte Oberkommandierende in Europa, US-General John Craddock, zeigte sich pikiert, auch die Spitzen des Brüsseler Hauptquartiers rümpften die Nase. In dem umstrittenen Interview wirft Ramms dem US-Militär vor, immer wieder mit der Zahl getöteter Aufständischer aufzuwarten. Ramms wörtlich: "Das widerspricht jedem humanitären Denken. Wir töten doch nicht zum Selbstzweck."

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