Ed Miliband war immer der kleine Bruder. Der fünf Jahre ältere David zog für Tony Blair die Strippen, Ed arbeitete für dessen Schatzkanzler Gordon Brown. Als dieser Premierminister Großbritanniens wurde, holte er David Miliband ins Außenministerium, Ed blieb das weniger angesehene Ressort für Energie und Klimaschutz. Der jüngere Miliband stellte sich bisweilen selbst als "der andere Miliband" vor.

Beim Labour-Parteitag am Wochenende in Manchester, als es um den Parteivorsitz ging, zog der "kleine" Ed Miliband am Favoriten David vorbei. Erst ganz zum Schluss der Abstimmung hatte sich der Wind gedreht. Wie sein Bruder gilt auch Ed als hervorragender Analytiker, heller Kopf und brillanter Polit-Stratege.

Neil Kinnock, früherer Labour-Parteichef und EU-Kommissar, hält ihn sogar für überlegen. "Er hat alle Fähigkeiten, die sein Bruder hat", sagte er. Anders als der wenig volksnahe David habe Ed aber zudem die Fähigkeit, Menschen zu erreichen.

Der heute 40 Jahre alte Ed Miliband, der am Heiligen Abend Geburtstag hat, gehört dem linken Parteiflügel an. Ihm wird nachgesagt, gut mit den Gewerkschaften zu können und Arbeiter-Interessen zu vertreten.

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