Donald Tusk erhält in diesem Jahr die höchste europäische Auszeichnung: den Karlspreis. Das Karlspreis-Direktorium würdigte den polnischen Ministerpräsidenten als großen Europäer, "der nationalistische Tendenzen, die in Osteuropa aufkeimen, überwindet". Die Verleihung findet am 1. Mai im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt.

Groß, blond und hochgewachsen überragt der 52-Jährige die meisten seiner politischen Gegner, vor allem die kleinen und gehemmt wirkenden Kaczynski-Brüder. Der Historiker aus Danzig ist ein Typ, der Schwiegermütter beeindruckt: höflich und sympathisch.

Das traditionell komplizierte deutsch-polnische Verhältnis hat Tusk wesentlich verbessert. Als Danziger und Kaschube ist der fließend deutsch sprechende Tusk ein Mann aus dem Grenzland, in dem Deutsche und Polen Jahrhunderte lang zusammen lebten.

Tusk, einst Mitgründer der Gewerkschaft Solidarnosc, ist das liberale Gesicht seines Landes. Er steht für ein weltoffenes Polen, das seine Traditionen schätzt, sich aber nicht isoliert. Er sieht Wirtschaftsliberalismus, nicht den Schutz eines starken Staates, als wirksamstes Mittel für ökonomisches Wachstum.

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