Dominique deVillepin hat im spektakulären Prozess um eine groß angelegte Rufmordkampagne gegen Nicolas Sarkozy einen Freispruch erster Klasse erhalten. Der heutige französische Staatspräsident hatte als Nebenkläger seinen Erzrivalen Villepin mit auf die Anklagebank gebracht, weil er sich als Opfer einer Kampagne sah.

Der Freispruch von jeder materiellen oder moralischen Schuld ebnet dem 56-jährigen Villepin nun den Weg für eine mögliche Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2012. Der frühere Außen- und Premierminister war einer der populärsten Sarkozy-Kritiker, bis er durch den Prozess vorübergehend kaltgestellt wurde.

Villepin gilt als politischer Ziehsohn von Ex-Präsident Jacques Chirac. Chirac war es, der den Juristen, Literaturwissenschaftler, Spitzendiplomaten und Autor von Gedichtbänden an seine Seite holte. Villepin sei "wie ein Sohn" für ihn, schwärmte er.

Von 1995 bis Mai 2002 war de Villepin als Generalsekretär im Präsidentenpalast Chiracs rechte Hand. Weniger freundschaftlich ist zuweilen der Umgang Villepins mit seinen Mitarbeitern: Sie verpassten ihrem Chef wegen seines aufbrausenden Wesens den Spitznamen "Vulkan". Red

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