Dieter Althaus war gefeierter Star des Thüringer CDU-Parteitags. Dem 50-Jährigen gelang es, der Parteibasis, die ihn im März in Abwesenheit zum Spitzenkandidaten gekürt hatte, das Gefühl zu geben: Mit mir könnt ihr die Landtagswahl am 30. August gewinnen. In seiner Rede, in der sich Althaus kämpferisch gab, waren auch neue Töne zu hören. Von Demut und Dienen war die Rede, von Ehrlichkeit und Redlichkeit, von "auf die Menschen zugehen", von Macht nicht als Selbstzweck.

Althaus scheint seit dem Amtsantritt vor zwei Wochen die Skepsis vieler Menschen gespürt zu haben. Direkter als bisher sprach er in Erfurt über den Unfall, bei dem eine 41-jährige Frau starb, weshalb er wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe verurteilt wurde.

"Ich trage diese Schuld", sagte er ohne die sonst von ihm gebrauchten Relativierungen und bat erneut um Vergebung. Er nannte auch den Namen der Toten, Beata Christandl, bei deren Familie er in Gedanken und im Gebet sei. Dem CDU-Politiker war von SPD und Linken, aber auch vom Ehemann des Opfers vorgeworfen worden, dass er sich nicht zu einem eindeutigen Schuldbekenntnis durchringen könne.

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