Dennis Endras ist der Shooting-Star der Eishockey-WM. Ein Nobody, den das Blitzlichtgewitter umfängt - eine Rolle, die er eigentlich nicht mag. Im Blickpunkt stehen will er nicht, es sei denn, er verrichtet seinen Job. Und der besteht darin, Tore zu verhindern. Das wollte er schon immer. Als Dreijähriger stand er erstmals auf Kufen. Als seine Mutter ihm eine Feldspieler-Ausrüstung kaufte, gab es Protest. "Nee, ich will ins Tor." Im Torkreis ist er seither zu Hause, im deutschen Nationalteam und bei seinem Klub, den Augsburger Panthern. Da fühlt er sich wohl, umringt von der Journaille nicht. Es scheint ihm fast unangenehm, in einem Atemzug mit den Eishockey-Größen genannt zu werden, mehr noch, ins All-Star-Team berufen oder zum besten Spieler der Weltmeisterschaft gewählt zu werden. "Da gibt es so viele gute Spieler, und dann gewinnt ein Dennis Endras aus Sonthofen", sagte der 24-Jährige, "aber ohne die Mannschaft wäre ich gar nichts". Jetzt lockt die große NHL-Karriere. Die Scouts haben den Goalie auf dem Zettel, aber so schnell nicht am Telefon. "Heute und morgen mache ich mein Handy aus und bin nicht zu erreichen."

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