Corny Littmann sieht seine Mission als erfüllt an. Am Mittwoch trat der Theatermann als Präsident des FC St. Pauli zurück.

Einen besseren Moment hätte sich der 57-Jährige nicht aussuchen können. Im Jahr des 100-jährigen Bestehens steigt der Kiez-Klub in die Bundesliga auf, die neue Haupttribüne ist zur nächsten Saison fertig und wirtschaftlich steht der Verein auf festem Fundament. "Mehr geht nicht", sagte Littmann und hörte auf.

Siebeneinhalb Jahre war er Chef. Als Unternehmer etablierte er zwei Theaterhäuser in Hamburg, als er den Klub übernahm, stand der vor der Pleite. Littmann zeigte sich als Sanierer mit harter Hand, der verrückte Theaterregisseur ist eben nur eine Seite dieses bemerkenswerten Mannes.

"Schwulsein ist nicht abendfüllend", sagte er einst. Littmann zeigte, dass er mehr war als das Aushängeschild eines Vereins. "Ich habe ein ramponiertes Schiff übernommen, heute liegt im Hafen ein prachtvolles Piratenschiff, bereit, in See zu stechen und allen Stürmen zu trotzen." Auf dem Höhepunkt des Erfolges ist Schluss. Als er seinen Entschluss mitteilt, stockt ihm der Atem. Littmann liebt den großen Auftritt, er wird nicht nur seinem Klub fehlen.

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