Christine Schneebichler (43), Milchbäuerin aus Bayern, demonstriert mit Bäuerinnen aus ganz Deutschland in Berlin gegen die niedrigen Milchpreise. Seit Donnerstag ist sie mit fünf Frauen im Hungerstreik, damit sich die "Chefin" Angela Merkel eine Viertelstunde Zeit für sie nimmt. "Ich hungere für den Milchgipfel", steht auf den Pappschildern der Demonstrantinnen.

Was Schneebichler aus ihrem 680 Kilometer entfernten Heimatdorf Neubeuern erzählt, klingt typisch für die kleinen Höfe in der Landwirtschaft. Von den acht Milchbauern in der Nachbarschaft sind zwei übrig geblieben. Die Schneebichlers - Eltern, drei Kinder im Schulalter und der Schwiegervater - erhalten 25 Cent pro Liter Milch. 40 Cent müssten es sein. Derzeit bleibt "eigentlich nichts" übrig.

Investieren kann die Familie, die 50 Kühe hat, ohnehin nichts. Bereits 2008 hatte Schneebichler für einen höheren Erzeugerpreis gekämpft und 800 Liter Milch, die sie sonst täglich an die Molkerei liefert, an ihre Tiere verfüttert. Den Verlust von rund 300 Euro nehme sie in Kauf. "Lieber schütte ich sie weg, bevor ich sie an die Molkereien verschenke", sagte sie damals. Jetzt hungert sie für höhere Erzeugerpreise.

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