Charles Bolden, von US-Präsident Barack Obama als neuer Chef der Weltraumbehörde Nasa nominiert, ist an Turbulenzen gewöhnt. Als Kampfflieger absolvierte der Afro-Amerikaner über 100 Vietnam-Einsätze, als Shuttle-Astronaut war er vier Mal im All unterwegs.

Jetzt soll der 62-Jährige die Nasa durch schweres Wetter steuern - Finanzprobleme, das Ende der Shuttle-Ära und nicht zuletzt Skepsis im Obama-Lager in Sachen bemannter Raumfahrt werfen dunkle Schatten.

Die Zukunft der bemannten US-Raumfahrt ist ungewiss, die Stimmung in der Nasa entsprechend schlecht: Obama stellt das gesamte "Constellation"-Programm samt angepeilter Mond- und Mars-Missionen auf den Prüfstand.

Zu allem Überfluss könnte Überflieger Bolden zunächst selbst in Turbulenzen geraten: Das anstehende Bestätigungsverfahren im Senat dürfte in den kommenden Wochen stürmisch werden.

Der Ex-Generalmajor hatte bis vor kurzem Verbindungen zur Raumfahrtindustrie, zu solchen Firmen, die auch beim "Constellation"-Programm dabei sein sollen - Kritiker werden diesen Punkt in seinem Lebenslauf genüsslich als Lobby-Tätigkeit zerreißen.

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