Brice Hortefeux, Frankreichs Innenminister, hat gerade erst einen Präfekten gefeuert, der sich abfällig über Farbige geäußert haben soll. Jetzt werden dem engsten Freund von Staatschef Nicolas Sarkozy selbst rassistische Äußerungen vorgeworfen. Hortefeux hatte ein Foto mit einem jungen Parteimitglied mit Nordafrikanischen Wurzeln gemacht und gesagt: "Wenn es einen gibt, geht’s. Erst wenn es viele von ihnen gibt, gibt es Probleme."

Die Opposition ist empört und verlangt von Sarkozy nun, Hortefeux rauszuwerfen. Obwohl sich umgehend alle UMP-Größen hinter Hortefeux stellten, ließ die Opposition nicht locker. Denn auf Hortefeux zu schießen, bedeutet Sarkozy zu treffen.

Beide sind seit über drei Jahrzehnten unzertrennlich: Hortefeux half Sarkozy beim Karrierestart, das Bürgermeisteramt im Pariser Edel-Vorort Neuilly-sur-Seine zu erobern. Sarkozy nahm Hortefeux dann auf seine Posten im Wirtschafts- und Innenministerium mit. Der 51-jährige Bankierssohn Hortefeux zeigte nie Ambitionen, Sarkozy Konkurrenz zu machen. Er sei von "sehr seltener Treue", sagen Vertraute. Sakozy machte ihn quasi zum Familienmitglied und zum Pate von einem seiner Söhne.

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