Berti Vogts ist mal Fußball-Europameister gewesen. 13 Jahre ist das schon her, es war der Deutschen letzter Titel. Vogts stand als Trainer auf der Kommandobrücke und machte mit den Fans die La-Ola-Welle. Gestern war Vogts (62), den sie früher den "Terrier" nannten, wieder mal beruflich in Deutschland. Mit Aserbaidschan. Der Mann aus Kleinenbroich hat umgeschult: vom Erfolgstrainer zum Entwicklungshelfer.

Nun gibt es Umschulungen, die nicht ganz freiwillig sind. Auch Vogts hätte nach seinem unrühmlichen Ende beim DFB 1998 und seinem Scheitern bei Bayer Leverkusen dreieinhalb Jahre später vermutlich lieber anderswo gearbeitet als in Kuwait, Schottland, Nigeria und Aserbaidschan. Doch das sagt er nicht. Natürlich nicht.

Bis Jahresende läuft sein Vertrag am Kaspischen Meer noch, und er hat schon erklärt, dass er "für alle Angebote offen" sei - was man eben so sagt, wenn das Ende naht. Zenit St. Petersburg sei an ihm interessiert, zudem schottische Clubs. Auch die USA reizten ihn. Ob er noch mal Bundestrainer werden wolle, hat ihn ein Journalist gefragt. Nein, hat Vogts geantwortet, diese Zeit sei vorbei. Eine beratende Funktion, die könne er sich allerdings vorstellen.

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