Franz-Peter Tschauner

Berthold Beitz wird anerkennend als der letzte Patriarch der deutschen Industrie bezeichnet. Seit 1968 steht er an der Spitze der mächtigen Krupp-Stiftung, die 25,3 Prozent an Thyssen-Krupp hält und damit größter Einzelaktionär des Großkonzerns ist. Und auch mit mittlerweile 99 Jahren will er die Zügel weiter fest in der Hand halten. „Ich mache weiter, so lange ich das kann und noch klar im Kopf bin“, sagte er nun.

Doch die Krise des Konzerns hat auch Beitz erreicht. Kritiker bemängeln, er habe die Fehlentwicklungen im Unternehmen nicht früh genug erkannt.

Von Beitz heißt es, dass er sich auch heute noch an jedem Werktag in sein Büro in Essen fahren lässt. Alfried Krupp von Bohlen und Halbach hatte den Manager Anfang der 50er Jahre zum Generalbevollmächtigten des Stahlkonzerns gemacht. Beitz formte die ehemalige Waffenschmiede zu einem modernen Betrieb. Kurz vor dem Tod Krupps wurde das Privatvermögen in die Stiftung überführt, deren Leitung Beitz auf Lebenszeit übernahm.

Berthold Beitz ist seit 1939 mit seiner Frau Else verheiratet. Im Zweiten Weltkrieg rettete das Ehepaar Hunderten Juden das Leben. Red

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