Bernhard Worms hat sicherlich eine der bemerkenswertesten Karrieren in der Geschichte westdeutscher Parteien hinter sich. In der Öffentlichkeit kursieren serienweise Anekdoten über den CDU-Politiker, doch innerhalb der Union in Nordrhein-Westfalen gab es seit den 70er Jahren neben dem Westfalen Kurt Biedenkopf kaum eine einflussreichere Figur als den Rheinländer Worms. Er ist einer der Ziehväter des heutigen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers, wie der auch bereitwillig einräumt.

Aus dem ehemaligen Postsekretär ist innerhalb der Union auch deshalb eine große Nummer geworden, weil er die Programmatik verkörperte: Es muss allen in der Gesellschaft gut gehen. Der rundliche Mann mit der Kölner Mundart hatte gleichwohl keine Chance gegen den viel wirkungsvoller auftretenden Johannes Rau, als er sich 1985 um das Amt des Ministerpräsidenten in NRW bewarb. Doch er sorgte in der Folge dafür, dass der intern höchst zerstrittene Landesverband (Rheinländer gegen Westfalen) nicht auseinanderfiel.

Worms ist auch begeisterter Fan des FC Köln, war dort lange in Gremien tätig. Er ist bis heute in der Senioren Union aktiv. Am Sonntag wird er 80 Jahre alt.

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