Ben Bernanke ließ sich noch vor einem Monat vom Nachrichtenmagazin Time als "Person des Jahres 2009" feiern, nun muss der US-Notenbankchef um sein Amt bangen. Zwar wird der Senat möglicherweise Ende der Woche den 56-Jährigen für eine zweite Amtsperiode als Vorsitzender der Zentralbank ("Fed") bestätigen. Doch Bernanke würde dann politisch geschwächt in seine nächste Amtsperiode gehen.

Als der Hochschulprofessor am 1. Februar 2006 an der Spitze der "Fed" die Nachfolge des mittlerweile hochumstrittenen Alan Greenspan antrat, wurden einige Zweifel an seiner Eignung für das Amt des weltmächtigsten Notenbankers laut. Doch Bernanke konnte die Skeptiker mit seinem trockenen Humor und seiner Sachkenntnis entwaffnen.

Doch nun hat sich das Blatt radikal gewendet. Sowohl Demokraten als auch Mitglieder der republikanischen Opposition sehen in Bernanke einen Hauptverantwortlichen für die schlimmste Finanzkrise seit der Großen Depression. Einflussreiche Senatoren werfen dem obersten Währungshüter vor, zu lange die Zinsen niedrig gehalten und damit den Weg bereitet zu haben für die exzessive Vergabe fauler Häuserkredite. PDT

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