Die deutsch-französische Journalistin wird heute 70 Jahre alt.

Beate Klarsfeld ist durch eine einzige Handbewegung berühmt geworden: 1968 ohrfeigte sie auf einem CDU-Parteitag den damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger wegen seiner früheren NSDAP-Mitgliedschaft. Ruhm hätte sie aber eher für ihre unermüdliche Suche nach früheren Nazi-Tätern verdient - sie und ihr Mann Serge brachten einige vor Gericht. Heute wird die Wahl-Pariserin 70 Jahre alt.

Das Engagement Klarsfelds beginnt 1963, als sie ihren späteren Mann Serge in Paris kennenlernt. Versteckt in einem Wandschrank hatte er die NS-Zeit überlebt, sein Vater wurde in Auschwitz ermordet. Beate fühlt sich als damals 25-jährige Deutsche nicht schuldig, aber doch moralisch verpflichtet, etwas gegen die NS-Täter zu tun, die oft unbehelligt in Amt und Würde leben durften. Ihre berühmte Ohrfeige sieht sie als Erfolg: "Die Öffentlichkeit war aufgerüttelt."

Im Ausland hat sie Orden für ihr Engagement erhalten: Für das Aufspüren des früheren Pariser Gestapo-Chefs Kurt Lischka oder des ehemaligen Gestapo-Chefs von Lyon, Klaus Barbie. Beide hatten etliche Menschenleben auf dem Gewissen. In Deutschland ist die Frau, die den Kanzler ohrfeigte, nie geehrt worden. Red

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