Die Finanzaufsicht Bafin bekommt einen neuen Chef: Der Jurist Hufeld legt damit bei der Behörde eine Blitzkarriere hin. Eine der größten Herausforderungen: Die internationale Abstimmung schärferer Regeln für Banken und Versicherer voranzutreiben.

Felix Hufeld
Felix Hufeld wird Nachfolger von Elke König als Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin).

Felix Hufeld wird Nachfolger von Elke König als Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin).

Oliver Berg

Felix Hufeld wird Nachfolger von Elke König als Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin).

Frankfurt/Bonn (dpa) - Wachwechsel bei der Bafin: Ab März führt Felix Hufeld die Finanzaufsicht mit Hauptsitz in Bonn. Der 53-Jährige folgt Elke König, die die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) Ende Februar verlässt, um die Leitung der neuen europäischen Behörde zur Abwicklung maroder Banken in Brüssel zu übernehmen.

Dass er eine klare Vorstellung davon hat, was Kontrolle von Banken, Versicherungen und Wertpapierhandel bedeutet, hat der neue Bafin-Präsident in der Vergangenheit immer wieder deutlich gemacht. «Aufsicht muss auch beißen können - allein die noch so gute Analyse tut es nicht», ließ der Jurist Deutschlands Versicherer wissen.

«Die Ausübung wirksamer Aufsicht sowie die Weiterentwicklung angemessener Regulierung der Finanzwirtschaft im nationalen und zunehmend europäischen und globalen Kontext ist eine herausragende Aufgabe», erklärte der gebürtige Mainzer, der in Bad Homburg im Taunus lebt, Anfang Februar zu seiner Berufung auf den Chefposten.

Seine berufliche Laufbahn begann Hufeld 1992 als Unternehmensberater bei Boston Consulting. Er stieg bei der Dresdner Bank zum Leiter der weltweiten Konzernentwicklung auf (1999-2001) und leitete anschließend für fast zehn Jahre das Deutschland-Geschäft des internationalen Versicherungsmaklers Marsh.

Als er 2010 dort aufhörte, konzentrierte sich Hufeld zunächst auf einige Beteiligungen und Aufsichtsratsmandate. Anfang Januar 2013 übernahm er dann als Exekutivdirektor die Versicherungsaufsicht bei der Bafin. Eines seiner Großprojekte: Die Branche in Deutschland fit machen für härtere europäische Kapitalanforderungen («Solvency II»).

Gute Aufsicht bestehe darin, «dass man mal zupfen und mal streichen kann», sagte der Cello-Spieler einmal in einem Interview. Dass er den richtigen Ton trifft, kann Hufeld nun als Bafin-Präsident beweisen.

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