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Claudio Onorati

Anna-Maria Tarantola (68) hat sich eine enorme Aufgabe gestellt: Sie plant nicht weniger als eine kleine Revolution im italienischen Fernsehen. Die neue Intendantin des italienischen Fernsehsenders Rai will Schluss machen mit seichter Unterhaltungsshows, sexistischen Sprüchen und nackter Haut – also mit alldem, wofür das italienische Fernsehen bisher in der Hauptsache stand. Sie plant Programme mit Anspruch. Der dreimalige Regierungschef Silvio Berlusconi hatte die Fernsehkultur über Jahrzehnte geprägt. Ihm gehören mit der Mediaset-Gruppe die größten Privatsender des Landes. Als Ministerpräsident hatte er zudem erheblichen Einfluss auf die öffentlich-rechtlichen Rai-Programme.

Zunächst trieb Tarantola, eine einstige Bankdirektorin, ihre Revolution bei dem öffentlich-rechtlichen Sender vor allem im Stillen voran, ein erstes Ausrufezeichen setzte sie dann mit der Abschaffung der „Miss Italia“-Wahl. Die Entscheidung gegen die traditionelle „Miss Italia“-Wahl löste viel Wirbel und Diskussionen aus. Viele Italiener wollten nicht auf den Wettbewerb im TV verzichten.

Doch selbst wenn die Rai-Gruppe ihre Pläne vorantreibt – Berlusconis Mediaset-Kanäle werden den leicht bekleideten Frauen wohl treu bleiben.

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