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Soeren Stache

Andreas Köhler, oberster Vertreter der 150 000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Deutschland, tritt aus gesundheitlichen Gründen ab. Der 53-jährige Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hatte im vergangenen November einen Herzinfarkt erlitten.

Für die Ärzteschaft kommt der Schritt des machtbewussten KBV-Chefs überraschend. Ende vergangenen Jahres hatte ein Zerwürfnis zwischen Köhler und der Ko-Vorsitzenden Regina Feldmann Aufregung in der Organisation verursacht. Trotz Abwahlanträgen und einem Rücktrittsangebot Köhlers blieb die Führung im Amt. Erschüttert wird die KBV auch von Finanzquerelen. Dabei geht es um mögliche Steuervergehen, derentwegen Bereiche der KBV ins Visier von Ermittlern geraten sind.

Köhler gilt als Kenner der extrem komplizierten Honorarregeln für die Ärzte. Er hat Medizin und Betriebswirtschaft studiert und machte sich einen Namen als streitbarer Ärztefunktionär. In Verhandlungen mit den Krankenkassen holte er teils kräftige Honorarsteigerungen für die Ärzte heraus. Für Schlagzeilen sorgte vor wenigen Jahren eine Gehaltssteigerung Köhlers auf 350 000 Euro im Jahr. Nach einer Welle der Kritik wurde es Mitte 2012 auf 320 000 Euro gekürzt. dpa

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