Rote Funken
Der Kölner Karnavalsverein "Rote Funken" bei einer Karnevalsveranstaltung.

Der Kölner Karnavalsverein "Rote Funken" bei einer Karnevalsveranstaltung.

Der ehemalige Oberbürgermeister von Moskau, Juri Luschkow, ließ Schwulenparaden verbieten.

Stephan Eppinger, Bild 1 von 2

Der Kölner Karnavalsverein "Rote Funken" bei einer Karnevalsveranstaltung.

Köln (dpa) - Der Kölner Karnevalsverein «Rote Funken» hat den ehemaligen Moskauer Oberbürgermeister und Homosexuellen-Gegner Juri Luschkow erst ein- und dann wieder ausgeladen. «Rote Funken dulden keine Schwulenhasser im Zoch», hieß es am Freitag in einer Mitteilung auf der Internetseite des närrischen Traditionsvereins.

Die Einladung sei nach einer Kontaktaufnahme einer ehemaligen Mitarbeiterin der Deutschen Außenhandelskammer in Moskau mit dem ehemaligen Oberbürgermeister der Stadt Köln, Fritz Schramma (CDU), ausgesprochen worden. Nachdem bekannt wurde, wer eingeladen werden sollte, sei in Abstimmung mit Schramma klargestellt worden, dass eine Teilnahme von Luschkow auf dem Wagen der Roten Funken nicht in Betracht kommt, heißt es in der Mitteilung weiter.

Der Präsident der Roten Funken, Heinz-Günther Hunold, lehne «jegliche Form der Ausgrenzung von Homosexuellen» ab. In der Freitagsausgabe des «Kölner Express'» hatte sich der Grünen-Abgeordnete Volker Beck zu Wort gemeldet. «In Köln hat ein Herr Luschkow nichts zu suchen, Minderheitenfeindlichkeit hat hier keinen Platz», sagte Beck.

Unterstützung bekam Beck vom Vorsitzenden der FDP im EU-Parlament, Alexander Graf Lambsdorff: «Köln ist die Stadt der Toleranz. Herr Luschkow ein Bürgermeister der Intoleranz.» Der heute 77 Jahre alte Luschkow war von 1992 bis 2010 Oberbürgermeister der Stadt Moskau. Der Opposition untersagte er wiederholt Demonstrationen. Schwulenparaden ließ Luschkow verbieten und niederknüppeln.

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