Weiberfastnacht: 200 Kontrolleure sind in der Kölner City im Einsatz.

Uwe Murriens hat die Jecken am Kontrollpunkt Heumarkt genau im Blick. Die meisten nehmen das Glasverbot gelassen.
Uwe Murriens hat die Jecken am Kontrollpunkt Heumarkt genau im Blick. Die meisten nehmen das Glasverbot gelassen.

Uwe Murriens hat die Jecken am Kontrollpunkt Heumarkt genau im Blick. Die meisten nehmen das Glasverbot gelassen.

Stephan Eppinger

Uwe Murriens hat die Jecken am Kontrollpunkt Heumarkt genau im Blick. Die meisten nehmen das Glasverbot gelassen.

Köln. Etwas ratlos stehen Marc und Daniel aus Duisburg mit ihrem noch fast vollen Bierkasten auf dem Kölner Heumarkt. "Ich habe gedacht, das mit dem Glasverbot sei vom Tisch. Jetzt müssen wir wohl wo anders feiern", sagt einer der Schüler, die gerade von einem Mitarbeiter des Ordnungsamtes am Kontrollpunkt abgewiesen worden sind: In der Kölner Altstadt herrscht während der tollen Tage Glasverbot.

Beim Auftakt des Straßenkarnevals in der Domstadt sind die Duisburger Schüler eher die Ausnahme. "Die meisten haben sich darauf eingestellt und verzichten auf Glasflaschen. Ein älteres Ehepaar hatte seinen Sekt sogar in die Thermoskanne abgefüllt", sagt Uwe Murriens vom Ordnungsamt. Etwa 20 Prozent der Jecken seien am Kontrollpunkt noch mit den in der Altstadt verbotenen Glasflaschen erschienen. "Die waren aber meistens einsichtig. Bislang haben wir hier keine Probleme."

Anwohner dürfen mit Ausweis Flaschen mitnehmen

Für Theo Wegner aus Koblenz geht das Flaschenverbot in Ordnung: "Es ist ziemlich unangenehm, ständig auf Scherben treten zu müssen, und die Sicherheit geht nun mal vor." Das Glasverbot, das bis zum Rosenmontag in einigen Innenstadt-Zonen gilt, soll Verletzungsgefahr und Gewalt eindämmen. Es war nach Klagen von Anwohnern erst am Mittwoch vom Oberverwaltungsgericht in Münster als rechtens erklärt worden. Zuvor hatte das Kölner Landgericht ein Glasverbot noch abgelehnt.

Am Heumarkt achten die bis zu zwölf haupt- und ehrenamtlichen Kontrolleure auf Jecken, die Flaschen in der Hand halten oder bei denen erkennbar ist, dass sie Glas in den Taschen haben. "Jeden Rucksack zu durchsuchen, können wir nicht leisten", sagt Murriens. Anwohner dürfen verschlossene Flaschen in die Wohnung mitnehmen, wenn sie ihren Personalausweis vorzeigen. Für Kioskbesitzer gilt absolutes Verkaufsverbot für Flaschen in den Sperrzonen. Insgesamt sind mehr als 200 Kontrolleure im Einsatz.

Wer über die Tollen Tage in der Altstadt mit Glasflaschen erwischt wird, muss mit einem Zwangsgeld von bis zu 35 Euro pro 0,5-Liter-Flasche rechnen.

Der Rosenmontag wird aus Sicht der Meteorologen der schönste der Karnevalstage. Mit ein bisschen Glück steige die Temperatur in den rheinischen Narrenhochburgen auf gut Null Grad - und vielleicht scheint auch mal die Sonne.

Das Gegenteil von schön kommt allerdings heute: Es schneit wieder, am meisten im Nordosten, etwas weniger im Südwesten. In der Mitte, etwa im Ruhrgebiet, werden es um die fünf Zentimeter, schätzte gestern der Deutsche Wetterdienst in Essen.

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