Einsturz: Die Verkehrs-Betriebe (KVB) stehen in der Kritik. Kevin K. (17) wurde tot in den Trümmern gefunden.

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Feuerwehrleute untersuchen die Einsturzstelle.

Feuerwehrleute untersuchen die Einsturzstelle.

dpa

Feuerwehrleute untersuchen die Einsturzstelle.

Köln. Fünf Tage nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs und zweier benachbarter Wohnhäuser ist am Sonntag die Leiche des 17-jährigen Bäckerlehrlings Kevin K. gefunden worden. Der Tote sei anhand seiner Fingerabdrücke zweifelsfrei identifiziert worden, so die Polizei. In dem Trümmerberg wird noch der vermisste Design-Student Khalil G. (24) vermutet.

Es wird angenommen, dass das Unglück mit dem Bau der U-Bahn zusammenhängt. Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) stehen deshalb in der Kritik. "Der Spiegel" berichtet, Experten hätten schon vor fünf Jahren die Bauarbeiten bemängelt. In dem Gutachten, das nach dem Absacken des Kirchturms von St. Baptist erstellt worden war, wurde kritisiert, dass der "Stützdruck" beim Bau eines Versorgungstunnels zu niedrig gewesen sei, um die unterirdische Bohrstelle ausreichend zu stabilisieren. Neugegrabene Abschnitte seien nicht immer sofort mit einem schnellhärtenden Bentonit-Ring umschlossen worden. Deshalb seien "bedienungsbedingte vermeidbare Auflockerungen und Hohlraumbildungen" im Erdreich entstanden.

Laut der "Kölnischen Rundschau" haben Anlieger beobachtet, dass tagelang "braune Brühe" durch die Severinstraße gelaufen sei, seit vor einem Jahr mit dem Bau des Gleiswechselkastens begonnen worden war. Die Rede ist auch von Problemen bei der Grundwasser-Ableitung, die KVB und Baufirmen bekannt gewesen sein sollen. Wasser sei in die Baugrube eingetreten und soll immer mehr Erdreich mitgerissen haben. Hinter der zum Archiv liegenden unterirdischen Wand könnte dann ein riesiger Hohlraum entstanden sein, der die Fundamente der Gebäude unterspülte. Red

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