Küchenchef Thomas Honold hat im Netz eine Kontaktbörse für Singles mit wenig Freizeit gegründet.

Abends steht Thomas Honold meistens in der Küche. Für die Suche nach der Liebe gründete er seine Singlebörse.
Abends steht Thomas Honold meistens in der Küche. Für die Suche nach der Liebe gründete er seine Singlebörse.

Abends steht Thomas Honold meistens in der Küche. Für die Suche nach der Liebe gründete er seine Singlebörse.

dpa

Abends steht Thomas Honold meistens in der Küche. Für die Suche nach der Liebe gründete er seine Singlebörse.

Radolfzell/ Viersen. Thomas Honold ist Küchenchef und hat kaum Freizeit. Die Hoffnung auf die Liebe fürs Leben will er trotzdem nicht aufgeben. Sie zu finden, ist schwierig mit einem elterlichen Betrieb im Nacken und viel Arbeit, wenn andere Feierabend haben.

Auf dem Singlemarkt im Internet fühlte sich der 31-jährige Gastwirt aus Radolfzell am Bodensee aber verloren - daher baut er seit zwei Jahren kurzerhand seine eigene Singlebörse auf. Auf gastrosingles.de sollen "Köche die heiße Liebe" finden, "Restaurants ihre Fachfrauen" und ganz allgemein jeder "Deckel seinen Topf".

Etwa 150 Paare dürften sich bei ihm schon gefunden haben

Inzwischen zählt die Gesamt-Plattform über 7.000 Mitglieder und hat zahlreiche Ableger, denn nicht nur Gastronomen arbeiten, wenn andere tanzen. Auch Bäcker, Polizisten, Landwirte oder Mediziner können unter dem Dachportal jobsingles.de erste virtuelle Kontakte zu Berufsgenossen knüpfen.

Etwa 150 Paare haben sich nach Honolds Schätzung anhand von Rückmeldungen so schon gefunden. Stefan Pauen und seine Anja etwa. Nach einigen Monaten Fernbeziehung zog die Hotelfachfrau aus Berlin nach Viersen, wo die beiden Pauens elterlichen Restaurant- und Hotelbetrieb "Zur Eisernen Hand" gemeinsam führen.

Über den ersten Urlaub zu zweit, übers Zusammenziehen und sogar über den Heiratsantrag berichteten sie im Gästebuch der Seite. Abschließend schreibt Anja: "Ich habe es noch keine Sekunde bereut, denn ich bin unendlich glücklich mit ihm."

Die Arbeit am Portal erledigt Multitalent Honold vor allem montags, wenn sein Fischrestaurant auf der Bodenseehalbinsel Mettnau Ruhetag hat. "Ansonsten hab ich den Laptop in der Küche und mache zwischen zwei Kretzerfilets weiter", erzählt er schmunzelnd.

Die Entwicklungskosten und "hohen Servergebühren" von bisher knapp 35.000 Euro bestritt er aus Erspartem und Eigenmitteln, wie er sagt. Werbeeinnahmen und -ausgaben für den virtuellen Kuppeldienst hielten sich gerade so die Waage. Noch kann er mit dieser Finanzierung den Dienst kostenlos anbieten.

Dass er nicht nur kochen und programmieren, sondern auch stilsicher formulieren kann, beweist Honold mit den Textbändern, die über die Seite laufen: "Winzer findet Frau mit Prädikat" heißt es da, "Huhn findet Korn" oder "Konditor findet Sahnehäubchen". Wichtig ist dem Küchenmeister, dass sich die Mitglieder über ihren Beruf austauschen können.

Schon bei der Registrierung auf gastrosingles.de wird nach dem Lieblingsessen gefragt. Sterneküche, thailändisch oder gutbürgerlich? Mitglieder können sogenannte Winks verschicken - erste Kontaktaufnahmen ohne Text, virtuelles Äquivalent zu vielsagenden Blicken in der Disco. Honold selbst hat seinen "Deckel" - sprich Traumfrau - allerdings noch nicht gefunden. "Es haben sich ein paar Freundschaften entwickelt", murmelt er vage. "Aber bisher gibt es nichts Konkretes."

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