Konfessionen haben Tag der Liebenden für sich entdeckt. Die Segnungsgottesdienste wenden sich auch an weniger Fromme.

Wer sich so liebt wie diese beiden, der wird den morgigen Valentinstag ganz sicher feiern.
Wer sich so liebt wie diese beiden, der wird den morgigen Valentinstag ganz sicher feiern.

Wer sich so liebt wie diese beiden, der wird den morgigen Valentinstag ganz sicher feiern.

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Wer sich so liebt wie diese beiden, der wird den morgigen Valentinstag ganz sicher feiern.

Düsseldorf. Böse Zungen behaupten, der Valentinstag sei eine Erfindung von Fleurop und der Pralinen-Hersteller, um den Umsatz anzukurbeln. Doch jetzt haben auch die Kirchen den Tag der Verliebten für ihr "Marketing" entdeckt. So sind am Samstag 200 "Valentinsboten" der Stadtmission in Regensburg mit roten Briefumschlägen unterwegs. Sie verteilen "göttliche Liebesbriefe". Dort ist zu lesen: "Lass uns mal wieder miteinander reden." Natürlich gilt das als Aufforderung, Gottesdienste am selben Abend zu besuchen. Das dürfte dem Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner gefallen. Segensfeiern für junge Paare am Valentinstag sind seiner Ansicht nach eine neue Form, um auch kirchenferne Menschen "mit Christus in Berührung zu bringen".

Die Protestanten sind ebenfalls auf den Liebes-Zug aufgesprungen und nehmen die Bibel wörtlich. "Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die Größte unter ihnen", heißt es in der Heiligen Schrift. Unter diesem Motto feiert die evangelische Lukaskirche in Brüggen am Samstag einen ganz besonderen Gottesdienst. "Herzchen und Schokolade, Kind und Kegel, Partner oder nicht. Hier hat alles Platz, was der Liebe dient", so eine Mitarbeiterin im Vorfeld der Feier.

Die Form der Feiern sind vielfältig: Die Dominikaner in der Düsseldorfer Kirche Sankt Andreas am Rande der Altstadt etwa laden zur "Nacht der Liebenden". Das Angebot richte sich an Junge und Alte, Christen und Nicht-Christen, heißt es in der Einladung. "Warum sollte man diesen Tag mit all seinen Chancen des Erinnerns, des Gedenkens und des Freuens aneinander nicht auch kirchlich nutzen?" fragt Pater Wolfgang Sieffert.

Dominikaner zeigen Liebes-Bilder und spielen Liebes-Lieder

Vor und nach dem Gottesdienst ist Gelegenheit, der Geschichte von Freundschaft und Liebe im eigenen Leben nachzuspüren, so die Dominikaner. Eine Video-Projektion etwa zeigt Liebes-Bilder. Liebes-Lieder aus Rock- und Pop-Musik sind zu hören, Liebesgedichte sind ausgelegt, und es gibt zu alledem auch die Gelegenheit "zum persönlichen Segen."

Am Tag des Heiligen Valentin, des Schutzpatrons der Liebenden, "kann jeder seiner Liebe eine Kerze anzünden, einen Liebesbrief schreiben, Weihrauch auflegen oder sie und ihn sonstwie überraschen", sagt Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer von der Auferstehungskirche am Neumarkt in Arnsberg. Dort steht sogar ein ökumenischer Valentinsgottesdienst "für Liebes-, Ehe- und Freundespaare" auf dem Programm. Im Evangelischen Gemeindehaus Sandheide in Erkrath-Hochdahl gibt es einen "Rosenzeit-Gottesdienst". Der Tag der Liebenden sei Anlass, "Gott Dank zu sagen für die Liebe in unserem Leben und über die Beziehungen nachzudenken, in denen wir leben", so eine Mitarbeiterin der Kirchengemeinde, für die der Valtentinstag auch "ein Sabbat für die Liebe" ist.

Der Valentinstag wird auf Bischof Valentin von Terni in Mittelitalien zurückgeführt, der im 3. Jahrhundert als Märtyrer ums Leben kam. Er traute trotz eines Verbots von Kaiser Claudius II. einige Verliebte und schenkte ihnen Blumen aus seinem Garten. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, haben der Überlieferung nach unter einem guten Stern gestanden. Auf Befehl des Kaisers wurde er am 14. Februar 269 enthauptet.

Im 20. Jahrhundert hat sich der Valentinstag - zunächst unabhängig von den christlichen Kirchen - als "Tag der Liebenden" erst im englischsprachigen, dann auch im deutschsprachigen Raum durchgesetzt.

Eine ganze Woche voller Veranstaltungen für Ehepaare gibt es auch. Im Düsseldorfer Max-Haus in der Altstadt etwa steht die Theaterproduktion "Ein Stück Himmel" auf dem Programm. Darin geht es ums Suchen, Verlieren und Wiederfinden der Liebe. Am Mittwoch informiert ein Paartherapeut über "Die Masken der Paare und welche Gefühle sie verbergen". Am Donnerstag verraten Experten unter dem Titel "Lieben, streiten, versöhnen", was glückliche Paare richtig machen. Dabei sollen die Besucher auch Tipps und Tricks erhalten, wie ihre Beziehung lebendig bleibt. Dies könnte auch für Homo-Paare gelten, die Pfarrer Martin Garmaier aus dem oberbayerischen Waldkraiburg ausdrücklich in seinen Gottesdienst einlädt: "Gott macht in seiner Liebe auch vor dieser Liebe nicht halt." Die Wiener Homosexuellen-Initiative wiederum nutzt den Segnungsgottesdienst im Stephansdom für eine Massenküsserei - vor dem Gotteshaus.

 

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