Razzia: Sieben Durchsuchungen des Bundeskriminalamtes in Wuppertal, eine Verhaftung in Mönchengladbach.

Wuppertal. Die Polizei hat in einer groß angelegten Razzia einen internationalen Kinderporno-Ring zerschlagen. Allein in NRW wurden Wohnungen und Geschäftsräume von 32 Beschuldigten durchsucht, wie das Bundeskriminalamt (BKA) gestern mitteilte - darunter allein sieben Objekte in Wuppertal. Neun Verdächtige wurden verhaftet, darunter auch ein Mönchengladbacher. Den Mitgliedern des Internet-Rings wird zum Teil auch schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen.

Die Mitglieder des Kinderporno-Rings tauschten laut BKA Bildmaterial, aber auch ihre Erfahrungen beim sexuellen Missbrauch von Kindern aus. Die Beschuldigten sollen von ihren Taten Bild- und Videoaufnahmen gemacht und diese im Internet verbreitet haben.

Gegen neun Initiatoren und Verantwortliche der Internetforen wurde in Deutschland Haftbefehle erlassen. Diese Haftbefehle beziehen sich laut der zuständigen Staatsanwaltschaft Frankfurt zunächst auf die Verbreitung von Kinderpornos. Zumindest in einem Fall gingen die Ermittler aber davon aus, dass der Beschuldigte selbst Kinder missbraucht habe, sagte eine Behördensprecherin.

Durchsuchungen fanden laut BKA zudem bei 15 mutmaßlichen Mitgliedern des Rings in der Schweiz, in Österreich, Spanien, Bulgarien, Kanada und den USA statt. In Österreich wurden nach Angaben der dortigen Ermittler drei Männer festgenommen. Darunter war ein Fleischer (41) aus Wien, der seine zehn Jahre alte Stieftochter missbraucht haben soll. Er habe in den Foren angekündigt, was er mit dem Mädchen am Abend tun werde, den Missbrauch gefilmt und dann ins Netz gestellt.

Die Polizei beschlagnahmte bei den insgesamt 121 Beschuldigten unter anderem 220 Computer und mehr als 17.000 digitale Speichermedien. Bei der Durchsuchung von 163 Wohnungen und Büros in ganz Deutschland waren rund 800 Polizisten im Einsatz. BKA-Präsident Jörg Ziercke bezeichnete die Festnahmen als "großen Erfolg im Kampf gegen die Kinderpornografie-Szene". spa/ok

Die Verdächtigen wurden jeweils in der Gegend von Passau, Bremen, Lübeck, Zwickau, Mönchengladbach, Detmold, Bad Oeynhausen und in Frankfurt/Main gefasst.

In NRW wurden Objekte in Aachen, Bonn (3), Borken, Dortmund, Essen, Heinsberg, Köln (4), Lippe, Märkischer Kreis, Mettmann, Minden-Lübbecke, Neuss, Paderborn, Recklinghausen, Rheinisch-Bergischer-Kreis, Soest, Steinfurt, Warendorf, Wesel (3) und Wuppertal (7) durchsucht.

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